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Der bilinguale Zweig: Ziele und Struktur 

Der bilinguale Zweig bietet Unterricht in zwei Sprachen, in dem über den traditionellen Fremdsprachenunterricht hinaus auch Teile des Fachunterrichts in der Fremdsprache erteilt werden. Am Ende des bilingualen Bildungsganges stehen wahlweise das "bilinguale Abitur" oder das "AbiBac".

 
Die Ziele des bilingualen Zweigs

Der erweiterte Fremdsprachenunterricht führt zu einer erhöhten Sprachkompetenz vor allem durch das intensive Lernen der Grammatik und eines erweiterten Wortschatzes in den bilingualen Sachfächern. Differenzierte Fremdsprachenkenntnisse und das Erlernen von mindestens zwei lebendigen Fremdsprachen sind in einem zusammenwachsenden Europa unerlässlich. Dialog- und Kommunikationsfähigkeit sind wichtige Ziele im Fremdsprachenunterricht. Ziel der bilingualen Bildungsgänge am Gymnasium ist es, junge Menschen in besonderer Weise auf die sprachlichen, kulturellen, historischen, wirtschaftlichen und politischen Gegebenheiten in einem zusammenwachsenden Europa vorzubereiten.


Das Hardtberg-Gymnasium gehört zu den ersten Gymnasien in NRW, die 1970 als Folge des Elysée-Vertrages von 1963 einen bilingualen deutsch-französischen Zug eingerichtet haben. In den bilingualen Sachfächern Erdkunde, Geschichte und Politik gelten die Inhalte der deutschen Lehrpläne, doch lernen die Schülerinnen und Schüler auch Aspekte der Kultur, Geschichte, Geographie und Politik des Nachbarlandes kennen. Am Ende ihrer Ausbildung erreichen sie eine annähernde Zweisprachigkeit für das Studium und den Beruf, eine partnerschaftliche Dialogfähigkeit und interkulturelle Kompetenz. Der eigene Erfahrungsbereich wird durch die Begegnung mit einer anderen Kultur und Literatur erweitert und führt dazu, andere Denkweisen und Perspektiven sprachlich und inhaltlich zu verstehen. Die Nutzung von Originalmaterialien (Texte, Informationsschriften, Presseartikel, Bücher) aus dem muttersprachlichen und dem fremdsprachlichen Kontext im bilingualen Sachfachunterricht führt zu einem anderen Blickwinkel bzw. einer zusätzlich erschlossenen Perspektive.
Die französische Kultur stellt einen wichtigen Beitrag zur gesamteuropäischen Entwicklung dar und ermöglicht auch den Zugang zur Kultur anderer französischsprachiger Länder.

 

Die Struktur des bilingualen Bildungsgangs

1. Verstärkter Französischunterricht mit je 6 Wochenstunden und Englisch mit jeweils mindestens zwei (in der Klasse 5) und drei (in der Klasse 6) Wochenstunden.
2. In der Klasse 7 wird Erdkunde als bilinguales Sachfach dreistündig unterrichtet, in den Klassen 8 und 9 mit jeweils zwei Wochenstunden.
3. In der Klasse 8 wird zusätzlich das Fach Geschichte dreistündig bilingual unterrichtet, in der Klasse 9 mit zwei Wochenstunden.
4. In der Klasse 8 und 9 wird das Fach Politik mit je zwei Wochenstunden bilingual unterrichtet (in Klasse 8: bilinguale Module)
5. Zweiwöchiger Austausch der Jahrgangsstufe 7 mit dem Collège Jules Verne in Plaisance-du-Touch bei Toulouse im Wechsel mit dem Collège Saint-Joseph in Toulouse. Die deutschen Schülerinnen und Schüler wohnen in dieser Zeit bei französischen Familien und besuchen mit ihren Partnern die französische Schule, wobei sie zusätzlich von den deutschen Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet werden, und unternehmen zahlreiche Aktivitäten. Im zweiten Schulhalbjahr ist es umgekehrt. Die französischen Schülerinnen und Schüler wohnen jeweils in den Familien bei ihren Partnern.
6. Projektorientierter Austausch der Jgst. Q1 mit dem Lycée Saint-André in Colmar/Elsass.
7. Zahlreiche kulturelle Veranstaltungen sowie die Teilnahme an Wettbewerben bereichern die bilinguale Ausbildung. Einen Eindruck von den zahlreichen Aktivitäten erhalten Sie im Archiv.

 

Der bilinguale Sachfachunterricht

Dem bilingualen Sachfachunterricht liegen die jeweiligen Lehrpläne der einzelnen Unterrichtsfächer zugrunde, die ihre konkrete Ausgestaltung in einem schuleigenen Curriculum erhalten. Außerdem gibt es Unterrichtshilfen in Form von Handreichungen, Empfehlungen und Materialbeispielen. Für die bilingualen Sachfächer werden Unterrichtsmaterialien in der Partnersprache bereitgehalten, um methodisch möglichst früh mit dem Vergleich unterschiedlicher Darstellungsweisen zu beginnen. Er baut auf den Fremdsprachenkenntnissen der Jahrgangsstufen 5 und 6 auf und führt schrittweise zu fachmethodischem und fachsprachlichem Arbeiten in der Fremdsprache hin. Bei der Bewertung der Schülerleistung in den bilingualen Sachfächern sind dabei in erster Linie die fachlichen Leistungen zu berücksichtigen.


Die Stundentafel des bilingualen deutsch-französischen Bildungsganges (Sek. I)

BILI Zweig Sek I Tabelle


Nach der Sekundarstufe I entscheiden die Schülerinnen und Schüler mit den Wahlen für die Oberstufe, ob und wie sie den bilingualen Bildungsgang fortsetzen.
In der Sekundarstufe II führen die Schülerinnen und Schüler Geschichte und/oder Erdkunde (für AbiBac: beide Fächer) als bilinguales Sachfach im Grundkurs bis zum Abitur und legen darin eine schriftliche (für AbiBac verpflichtend) oder mündliche Abiturprüfung ab. Französisch wird als Leistungskurs weitergeführt.
AbiBac ebenso wie das bilinguale Abitur verschaffen wertvolle Zusatzqualifikationen. Die Schülerinnen und Schüler sind von fremdsprachlichen Aufnahmeprüfungen an den Hochschulen in Frankreich befreit. Beide Abschlüsse qualifizieren zudem in besonderem Maße für die zahlreichen deutsch-französischen Studiengänge, die inzwischen in den verschiedensten Fachbereichen angeboten werden.


Bilinguales Erfolgsrezept

Nach einer Veröffentlichung des Schulministeriums gilt „bilingualer Unterricht europaweit als besonders effektiver Weg zu hohen fremdsprachlichen und interkulturellen Kompetenzen. Die DESI-Studie zeigt, dass Schülerinnen und Schüler bilingualer Klassen deutlich bessere Ergebnisse erzielen und im Bereich des Hörverstehens sogar einen Vorsprung von zwei Schuljahren vorweisen können“.
Frankreich ist Deutschlands größter Handelspartner sowohl beim Export als auch beim Import. Französisch ist nach Deutsch in Europa die am meisten gesprochene Muttersprache. Bewerberinnen und Bewerber mit guten Französischkenntnissen haben auf dem europäischen Arbeitsmarkt bessere Berufschancen. Englisch ist zwar die wichtigste Verkehrssprache, aber eine zweite und dritte Fremdsprache sicher zu beherrschen zahlt sich aus und wird zunehmend eingefordert. Weltweit gibt es 33 Länder mit Französisch als Amtssprache.
Zwischen deutschen und französischen Universitäten existieren 1800 Austauschvereinbarungen. Semesteraufenthalte in Frankreich werden vom ERASMUS-Programm der EU gefördert. Unter dem Dach der Deutsch-Französischen Hochschule bieten deutsche und französische Universitäten über 100 Doppeldiplome in allen Fachbereichen an. Die Studierenden absolvieren ihr Studium in beiden Ländern und erwerben gleichzeitig einen deutschen und französischen Abschluss in der regulären Studienzeit.
„Es lohnt sich, Französisch zu lernen. Denn mit der Sprache erschließt sich der kulturelle Zugang zu einem der wichtigsten deutschen Wirtschaftspartner, zu einem interessanten Arbeitsmarkt sowie zu einem der bedeutendsten Investitions-, Forschungs- und Technologieräume in Europa“, heißt es in „Französisch schlägt Brücken in die Zukunft", einer Broschüre des Auswärtigen Amtes.

 

Weiterführende Links

Bilingualer Unterricht in NRW

AbiBac in NRW

Libingua (Arbeitsgemeinschaft, Elternvereinigung, Förderverein)

Deutsch-Französische Hochschule